Bienvenido a Cusco

Am Donnerstag sind wir um 05:45 mit dem Nachtbus in Cusco angekommen. ENDLICH! Wieso? Dafür gibt es mehrere Gründe.

1.in Cusco bereiten wir uns nun endlich auf den bevorstehenden Inca Trail vor. Wir bekommen alle Infos, packen unsere Sachen dort und werden mit kleinem Gepäck diese Stadt am Freitag verlassen und erst am Dienstag wiederkommen.

2.diese Busfahrt war ungeplant. Die Streiks in Peru dauern an, die regulär geplante Fahrt am Donnerstagmorgen konnte nicht garantiert werden. Wir hatten das Glück in der ersten Klasse zu sitzen. Das war allerdings nur ein Abteil das abgeschirmt war, vom Komfort her tat sich nix. Zusätzlich durften wir noch die Neuauflage von Baywatch mit Hottie Zack Afron gucken, ich habe mich sehr gefreut! Allerdings schien der Fernseher eine Art Kurzschluss verursacht zu haben, so dass wir auf unserer 11 stündigen Fahrt immer wieder ein Geräusch hörten, was dem eines nicht richtig drin steckenden Kabels ähnelt. Ungefähr so: krrrrttzzzz. Und das immer wieder die ganze Nacht. Es raubte Daniel den Schlaf und mir den Verstand.

3.endlich raus aus dirty Puno und rein in beautiful Cusco. DIE Stadt in mitten des Heiligen Tals ist einfach bezaubernd und erklärt wunderbar die Grundlagen der Inca.

So warteten wir also um kurz vor sechs am Morgen auf den Großteil unserer Gruppe, die in einem anderen Bus saßen. Es dauerte zum Glück keine halbe Stunde, da war Team Pisco Disco wieder vereint. Wir fuhren dann in einem Mini-Bus zu unserem Hotel, dass inmitten der historischen Altstadt liegt. Glaubt mir: unser aller Wunsch war es, einfach mal vernünftig zu schlafen und auch auszuschlafen. Spoiler: hat nicht funktioniert.

Wir verabredeten uns dann für 10, um gemeinsam in einem Town Walk die Stadt zu erkunden. Wir liefen durch die Altstadt, wo es die ersten Hinweise auf das Inca Leben inform von Gebäuden gibt (Daniel, gib mal Wissensfutter!)

An jeder Ecke gibt es Souvenirshops, Hostels und Englisch scheint keine allzu fremde Sprache zu sein.

Nachdem es in den letzten Tagen immer nur Carbs mit Carbs gab, entschieden wir uns für Falafel zum Lunch. Leudies, ich sag euch: nicht nur die Avocado, auch Quinoa ist hier beheimatet. Es ist günstig (hier in Peru, nicht in Deutschland), kann den Welthunger stoppen (ist deswegen ausgezeichnet worden!) und ist so vielseitig einsetzbar. Gut, dass wir noch Platz im Koffer haben!

Nachmittags haben wir dann noch ein bisschen die Stadt erkundet und sind dann ins Hotel, haben das gute WLAN genutzt und einfach mal entspannt. Kurze Info für Barbara, die uns per WhatsApp noch vor dem Inca Trail gutes WLAN, gutes Bett und und gutes Badezimmer gewünscht hat: das mit dem Badezimmern ist immer so eine Sache in Peru. Warmes Wasser ist keine Garantie, in Cusco fällt das Wasser generell mal öfter aus und die Badezimmer entsprechen nicht unbedingt dem Standard, den man sich als German Potatoe vorstellt. Es langt und wir werden sauber.

Am Abend fand dann unser Vorbereitungstreffen für den Inca Trail im G Adventures Headquarter statt. Hier wurden wir über den kompletten Ablauf, die Strecke, die Verpflegung und die sanitären Einrichtungen informiert. Für uns alle wird der Trail eine echte Herausforderung. Auch wenn wir insgesamt nur 44 km wandern, wandern wir an manchen Tagen 1100 Meter hoch. Außerdem gibt es ab Tag 2 des Trails keine richtigen Toiletten mehr. Auf dem kompletten Trail wird es keine Duschen geben. Zum Glück werden wir gemeinsam stinken.

Was uns richtig stört, ist dass wir als Hiker scheinbar nicht bevorzugt beim Einlass von Machu Picchu behandelt werden. Im Gegenteil. Wenn Mensch als normaler Touri am Morgen von dem Eingang steht, bekommen diese den Vorrang. Fragt man sich, wofür wir uns drei Tage zuvor quälen.

Anschließend sind Daniel und ich wieder ins Hotel, am Donnerstag steht der Hiking Trip auf die Rainbow Mountains an. Hier die Aufklärung des Spoileralarms: der Bus ging bereits um 3 Uhr nachts. Wieder nix mit ausschlafen.

Donnerstag: Rainbow Mountain und Cusco

Daniel:

2 Tage ohne richtigen Schlaf und dann um 3 Uhr aufstehen. Da hat mein Körper mit heftigen Kopfschmerzen reagiert. Also bin ich der Vernunft gefolgt, habe die 50€ für den Trip (Spoiler: ich musste doch nicht bezahlen) in den Wind geblasen und bin wieder ins Bett gestiefelt, und dass, obwohl ich schon angezogen vor dem Bus stand. 5 Stunden Schlaf später sah die Welt schon besser aus. Beim Frühstück habe ich dann noch die wenigen Leute unserer Gruppe (inkl. Guide) getroffen, und mich spontan ihrem Tagesplan angeschlossen: Inka-Ruinen Sightseeing rund um cusco. Da ich mittlerweile im Zelt auf dem Inkatrail liege, hier nur ein sehr kurzer Abriss:

Taxifahrt für 1,20€ pro Nase, 15 min den Berg hoch und zur letzten von 4 archäologischen Stätten gebrettert, dort für 20€ n Ticket gekauft für alle 4 und anschließend bis 15 Uhr nachmittags die Ruinen abgeklappert und dabei wieder Richtung Cusco zurück gewandert. Dabei alte inka-Tempel, Inka-Arenen und Inka-Chilloutareas gesehen. Schwer beeindruckend. Im Prinzip sieht’s so aus, wie wir Machu Picchu von Bildern kennen, nur kleiner und halt etwas zerstörter.

Während wir also an der Landstraße entlängs schlendern (die 4 Ruinen, für die man nur ein Kombi-Ticket kaufen kann, sind natürlich nicht auf direktem Wege miteinander verbunden), sehen wir emsiges Treiben auf dem Hinterhof zwischen 2 Häusern. Da unser Guide nicht nur spanisch, sondern auch ketschua (noch checken wie das geschrieben wird :D) spricht, konnten wir dem Treiben zuschauen und es stellte sich heraus, dass es Hochzeitsvorbereitungen waren. Da ich keine Fotos machen konnte (außer eins) weil ich das für sehr unhöflich hielt, und die Menschen dort auch nur gegen Geld Fotos machen ließen, muss ich es euch beschreiben:

Treiben heißt in diesem Fall: die Männer (ca. 40) schlachten Schweine und die Frauen (ca. 40) schlachten Meerschweinchen. Also Griff in den Sack voll lebender Meerschweinchen, Hals umdrehen, weitergeben, Fell rupfen, weitergeben, sauber rasieren mit einer Rasierklinge, weitergeben. Krasser scheiss. Die aufgeschnittenen Schweine lagen neben dem Fußballfeld auf einer Plane und hinterm Tor lag ein Haufen Schweineköpfe. Ziemlich kranker scheiss, vorallem wenn man bedenkt, dass der Boden unglaublich verdreckt ist und die Sonne angenehm ballert.

Gegen 16 Uhr war ich wieder am Hotel und traf direkt auf Christin. Fast wie abgesprochen, so musste sie nicht lange warten, weil ich den einzigen Zimmerschlüssel mitgenommen hatte.

Christin:

Tja, da stand ich um 3 Uhr nachts also in der Lobby und fuhr ohne Daniel zum Rainbow Mountain. Eine der Erfahrungen, die wir unbedingt zusammen machen wollten. Es war schon merkwürdig, wäre es auch unlogisch gewesen, wenn wir beide im Hotel bleiben würden.

So ist der Großteil unserer Reisegruppe also mit einem Transporter zum Rainbow Mountain gefahren. Alle Plätze waren besetzt, alle waren todesmüde. Der Beifahrer teilte uns freundlicherweise mit, dass wir die 2,5 Stunden doch ruhig für einen weiteren Nap nutzen sollten. Das wäre wirklich toll gewesen, wenn nicht gerade er sich ununterbrochen mit dem Fahrer unterhalten hätte. Und zwar in Zimmerlautstärke!

Somit sind wir leicht erledigt an dem Startpunkt unserer 10 km langen Wanderung angekommen. Es es kam das, was wir im Juli am wenigsten erwarten: Schnee. Überall Schnee. Es war wirklich wunderschön! Wir sind dann mit Wanderstöcken ausgestattet los und machten unserer ersten Erfahrungen in Vorbereitung auf den Inca Trail. Die größte Herausforderung lag in der Höhe. Der berühmte Berg geht bis auf 5200 Meter hoch. Eindeutig nicht zu unterschätzen. Man möge sich vorstellen, dass jeder Schritt super anstrengend ist, der Sauerstoffversorgung in Gehirn macht jede Bewegung zur Qual. Nach 10 Metern braucht man erst einmal eine kurze Pause zum klarkommen, die Wanderstöcke boten eine ideale Stütze.

So kamen wir gegen 09:30 auf dem höchsten Punkt des Berges an. Die Schneedecke hat sich in den Höhen zum Teil aufgelöst, die farbenfrohen Streifen des benannten Rainbow Mountains waren klar erkennbar. Leider konnte ich Daniel nicht mitteilen, dass sich der Tagesausflug gar nicht gelohnt hat.

Ich bin unglaublich stolz auf mich, dass ich diese Höhe gemeistert habe. Ich bin stolz, dass ich meine Ängste überwunden habe und dass ich meine Grenzen austesten konnte. Auf dem Gipfel hat unsere Gruppe noch gemeinsam ein Abschlussritual vollzogen. Es war ein wenig wie eine angeleitete Meditation, eine Möglichkeit für einen Moment inne zu halten und Bewusstsein zu schaffen. Hat geklappt, bei zwei Mädels unserer Gruppe kullerten ohne ersichtlichen Grund danach die Tränen. Eventuell war ich eine davon.

Der Rückweg gestaltete sich wenig spektakulär, alle waren etwas übermüdet und haben viel Quatsch geschnackt. Als wir um 15:30 im Hotel waren, wusste ich, wofür ich besonders dankbar war und was mir dieses Erlebnis gezeigt war und glücklich, Daniel dies direkt mitzuteilen.

Am Abend ging es dann ans packen. Es gestaltete sich schwerer als gedacht, die Vorgaben für die Dufflebags einzuhalten. Kaum waren Schlüpper und Ersatz-Tshirt eingepackt, waren die 1,4kg schon fast erreicht. Nach einigen Rückfragen war unser Gepäck für die nächsten 4 Tage gepackt, es fühlte sich einigermaßen ausreichend an. Wir beendeten den Tag mit Pizza auf dem Hotelzimmer und Netflix. Wieder ging es anschließend früh ins Bett, um 8 Uhr soll es schließlich am nächsten Tag wieder losgehen.

Freitag: Ollantaytambo

Das frühe aufstehen nimmt kein Ende. Dieses Mal waren wir aufgeregt. Heute fahren wir nach Ollantaytambo, ein Ort der unweit vom Startpunkt unseres Inca Trails ist. Bevor wir dort angekommen sind, führte uns der Weg auf die ersten Inca Spuren. Eine ideale kulturelle Vorbereitung auf den Trail.

Den ersten Stopp haben wir in einer Weberei, die von G-Adventures supportet wird. Uns wurde gezeigt, wie Alpakawolle gereinigt wird und aus natürlichen Zutaten wie Mais, Kartoffeln usw. die Farbe auf die Stoffe kommt. Ein tolles Projekt, was gleich zum Kauf eingeladen hat. So deckten wir uns für den Inca Trail mit Handschuhen und einem Schal als, alles aus Alpaka-Lama-Mix.

Weiter ging es mit dem Bus zum nächsten Halt. In Cuyo Chico wurden wir in die unterschiedlichen Handwerkstechniken der Inca eingeweiht. Vom herstellen von Lehmziegeln mit Stroh ist zum Beispiel Hand- bzw. Fußarbeit. Ein bisschen wie bei der Weinherstellung wird mit den nackten Füßen geknetet was das Zeug hält. Außerdem bekamen wir die Herstellung von netten kleinen Mitbringseln gezeigt. Alles in allem nett, aber nicht das Highlight des Tages.

Danach kam es allerdings faustdick. Huchuy Quosco liegt mitten im fruchtbaren Tal, alles blüht. In einem G-Adventures eigenen Restaurant bekamen wir das bisher beste Essen des gesamten Trips. Das Haus war mit bodenlangen Fenstern und hellem Holz ausgestattet, wirklich wunderschön.

Wohlgenährt starteten wir auf die letzten km bis zu unserem Ziel. In Ollaytantambo angekommen, bezogen wir flux das Hotel und brachen direkt auf, um auf den Hausberg zu klettern.

Das erste warm-up für den morgigen Inca-Trail. Es wurde die Aussicht auf die Stadt genossen, sowie ein bisschen Quatsch im Kreise der Gruppe gemacht.

Als die Sonne solangsam Richtung Berg wanderte, scheuchte uns ein Mitarbeiter des Ministeriums (das sagte jedenfalls seine Jacke) von Berg runter. Wir haben gar nicht drüber nachgedacht, aber im Dunkel dort wieder runter zu müssen, hätte auch brenzlig ausgehen können.

So, das erste Outfit für den inkatrail ist schonmal durchgeschwitzt. Mit fixer Handwäsche und Föntrocknung noch schnell das gröbste gerettet und das letzte vernünftige Bett für die nächsten Tage genossen.

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